Seite 8 von 8

Re: Die Macht des geschriebenen Wortes

Verfasst: Do., 14.02.2013, 13:09
von Vincent
@Blaubaum

Jetzt habe ich ja erstmal die Bücher vom Papst hier liegen - "Über den Heiligen Geist" und eine kleine Einführung ins Christentum.

Der "Heilige Geist" rockt schonmal ganz gut!

Ohashi...
Ja, die Rezensionen lesen sich vielversprechend.
Allerdings habe ich für mich festgestellt, dass europäische "Spiritualität" und Geistesgeschichte in mir mehr Anklang finden als die fernöstlichen Philosophien. Deshalb bleibe ich erstmal 'hier', wo ich herkomm'.

Re: Die Macht des geschriebenen Wortes

Verfasst: Fr., 15.02.2013, 20:58
von Blaubaum
@Vincent

geistesgeschichte, philosophien, westlich, östlich...Ohashi gibt anweisungen/tips zu konkretem handeln (hab ich in christlich orientierten schriften meist vermisst, da geht es in aller regel um blinden glaubens-gehorsam, kopfgeburten und letzten endes, meist gut versteckt, um geld, viel, viel geld).

Du schriebst, berührungen von mensch zu mensch fehlen Dir....woher kommt's? lebt Queen Victoria im zeitalter rücksichtsloser/liebloser promiskuität immer noch in uns? ist diese merkwürdige diskrepanz zwischen "alles dürfen" und "nichts wirklich fühlen können" nicht stressig?

Re: Die Macht des geschriebenen Wortes

Verfasst: Sa., 16.02.2013, 07:49
von Ratlosigkeit
Blaubaum hat geschrieben: blinden glaubens-gehorsam, kopfgeburten und letzten endes, meist gut versteckt, um geld, viel, viel geld
Gut erkannt - aber , wie soll ich sagen - so sind wir eben: christlich-geprägt, erfolgsoientiert, kopflastig, materialistisch... und beschämt müssen wir zugeben: es hat sich 8im darwinistischem Sinne) durchgesetzt

Die Diskrepanz zwischen Alles-Dürfen und Nichts-wirklich-fühlen-können ist der Sache innewohnend... 2 Seiten der selben Medaille... Plädoyer für die Kultur des Verbotes *GRINS

Re: Die Macht des geschriebenen Wortes

Verfasst: Sa., 16.02.2013, 13:18
von Vincent
Blaubaum hat geschrieben:Ohashi gibt anweisungen/tips zu konkretem handeln (hab ich in christlich orientierten schriften meist vermisst, da geht es in aller regel um blinden glaubens-gehorsam, kopfgeburten und letzten endes, meist gut versteckt, um geld, viel, viel geld).
Jenseits von Kirche, also jenseits von Institution läßt sich das wesentlich Christliche (oder genuin Menschliche) doch leicht vom Unwesentlichen trennen. Und sodann können auch hierbei Anweisungen zu (neuem) konkretem Handeln entstehen, die nicht vorgegeben sind, sondern aus einem selbst heraus kommen. Das sind zwar zuerst auch sehr den Verstand betreffene Erkenntnisse, aber ebenso solche, die den geistigen Habitus formen und für die Lebenspraxis jederzeit anwendbar machen.

Den Buddhismus muß man ja auch erstmal sehr rational begreifen, um nach ihm leben zu können, so wie alles andere eigentlich auch, das noch fremd ist... man es aber im Wesen erkennen will.
Blaubaum hat geschrieben:Du schriebst, berührungen von mensch zu mensch fehlen Dir....woher kommt's? lebt Queen Victoria im zeitalter rücksichtsloser/liebloser promiskuität immer noch in uns? ist diese merkwürdige diskrepanz zwischen "alles dürfen" und "nichts wirklich fühlen können" nicht stressig?
Das schrieb ich aber irgendwann anderswo...
Ich kann mir aus eigener Erfahrung nicht vorstellen, dass den Promiskuitiven irgendetwas Wohltuendes widerfährt. Das wohltuend Körperliche, das gänzlich Sich-Fallenlassen-Können möchte ich mit einem nahen Menschen erleben. So jemanden gibt es in meinem Leben allerdings schon längere Zeit nicht mehr. (Vielleicht auch, weil es kein Leichtes ist, die Promiskuitiven als Spreu vom Weizen zu trennen. Denn die erkennt man nicht erst an ihrer Promiskuität, sondern an ihrer verzweifelten Suche nach einem bisschen Aufmerksamkeit und Berührung, die ihnen meist schon ins Gesicht geschrieben steht.)

Nein, ich werde kein Tantra-Seminar besuchen. Und auch keinen Kuschelkurs.

Re: Die Macht des geschriebenen Wortes

Verfasst: Sa., 16.02.2013, 14:02
von Blaubaum
Ratlosigkeit hat geschrieben:Die Diskrepanz zwischen Alles-Dürfen und Nichts-wirklich-fühlen-können ist der Sache innewohnend... 2 Seiten der selben Medaille... Plädoyer für die Kultur des Verbotes *GRINS
oder ein plädoyer dafür, innerhalb des erlaubten/möglichen eine eigene, eigenständige auswahl zu treffen.
menschen, die sich, nimmt man ihnen die verbote, auf alles stürzen, was "geht", sind offensichtlich immer noch in ihrer trotzphase und verwechseln möglicherweise (fühlende) genitalität mit (schroffer) analität (?).

Re: Die Macht des geschriebenen Wortes

Verfasst: Sa., 16.02.2013, 14:27
von Blaubaum
Vincent hat geschrieben:...können auch hierbei Anweisungen zu (neuem) konkretem Handeln entstehen, die nicht vorgegeben sind, sondern aus einem selbst heraus kommen. Das sind zwar zuerst auch sehr den Verstand betreffene Erkenntnisse, aber ebenso solche, die den geistigen Habitus formen und für die Lebenspraxis jederzeit anwendbar machen.
wenn's so läuft, bestens. ich befürchte allerdings, dass niemand mit einem vollen kopf (und einem buch in der hand) tanzen lernen kann.
Den Buddhismus muß man ja auch erstmal sehr rational begreifen, um nach ihm leben zu können...
nee, muss man nicht.
ich habe schriften vom Dalai Lama gelesen, da standen mir alle haare zu berge (wahrscheinlich bin ich nur zu blöd, mit diesen millionen wenns und abers etwas anfangen zu können), aber andererseits ist der Dalai Lama auch nicht DER buddhismus.

Ohashi erst recht nicht. er ist Ohashi, und er kommt vom Aikido her. etwas sehr praktisches, etwas sehr fühlendes.

oh herr, gib' uns unseren täglichen autismus heute; und bewahre uns davor, zu merken, was mit uns geschieht; denen zum vorteil, die uns um unser leben betrügen ("stillgestanden!!"), nachdem sie selbst um ihr leben betrogen worden sind .

Re: Die Macht des geschriebenen Wortes

Verfasst: Sa., 16.02.2013, 17:32
von Vincent
Blaubaum hat geschrieben:ich befürchte allerdings, dass niemand mit einem vollen kopf (und einem buch in der hand) tanzen lernen kann.
Also ich kann tanzen. Zwar nicht auf Diskotanzflächen, denn das würde die Leute wohl irritieren. Aber für mich frei aus mir heraus. Und sogar ein bisschen Standard.
Blaubaum hat geschrieben:aber andererseits ist der Dalai Lama auch nicht DER buddhismus.
Nee, so wenig wie fernöstliche Weisheiten (zwingend) zu Wahrheiten werden...