immer nur Zuhause vorm Bildschirm.

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, "einfach" mal jemanden kennenzulernen oder sich in Gruppen selbstsicher zu verhalten. Hier können Sie Erfahrungen dazu (sowie auch allgemein zum Thema "Selbstsicherheit") austauschen.
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HonigImKopf
Helferlein
Helferlein
männlich/male, 50
Beiträge: 42

Beitrag Sa., 26.07.2025, 23:50

Hallo @aptaptapt,

danke für Deine Offenheit.
Vielleicht hilft es, wenn Du Deinen sozialen Rückzug schrittweise verkürzt und das auch nicht als allumfassenden Schutz für Dich verstehst: Weniger Austausch in sozialen Medien wie z.B. WhatsApp & Co., weniger Chatnachrichten, weniger Mails und weniger SMS. Damit nimmst Du Dir auch selber immer mehr den unbewussten Druck, Dich überall "schnell mal eben" über die besagten Kanäle mitzuteilen. Ja - es gibt diese Kanäle. Ja - diese Kanäle sind super einfach zu nutzen.
Der gezielte Umgang damit ist nicht einfach - eben weil es zu einfach ist. Versuche es mit weniger und gezielten Kommunikationen über diese Kanäle. Die beste Entscheidung dazu hast Du bereits gewählt, indem Du mit Deinem Therapeuten persönlich von Angesicht zu Angesicht redest. Also sind wir Menschen dazu gemacht, um uns am besten persönlich auszutauschen. Das stellt einen Therapeuten dann irgendwann nicht mehr als abstraktes Etwas dar sondern als einen Menschen, der Dir hilft.
Ganz wichtig ist, dass Du Dich nicht überforderst und das alles langsam angehen lässt. Finde das Gute in kleinen Dingen die Dich beruhigen und auffangen. Nimm Dir immer nur kleine Aufgaben für jeden Tag vor. Vielleicht hilft es Dir auch wenn Du Dir ein Haustier anschaffst, um das Du Dich kümmerst. Wenn Du zum Beispiel einen Hund haben möchtest, gehst Du zum Beispiel mit ihm in festen Zeiten vor die Türe. Ansonsten gibt es auch Haustiere, die nur in der Wohnung sind.
Das könnten vielleicht Möglichkeiten sein, um Deine soziale Verantwortung in ruhiger Weise zu entwickeln - um persönlichge Bezüge schrittweise aufzubauen. Deinem Lieblingstier kannst Du keine Nachrichten schicken odes es anrufen. Du kannst Dich aber persönlich kümmern.
Wenn Dein Haustier Deine feinfühlige Fürsorge versteht, wird es Dir mit seiner Zuneigung danken. Sei es auch zum Beispiel eine Katze, Fische im Aquarium, Schildkröten im Terrarium oder ein Kaninchen - wie gesagt sind das nur Beispiele. Dein Lieblingstier muss immer versorgt und sauber gehalten werden - wie Du es auch mit Dir machst: Du versorgst Dich ja auch immer, also versorgst Du dann eben auch noch Dein Lieblingstier. Wie gesagt: Das ist nur ein Vorschlag, um Dich sozial schrittweise zu festigen.

Pass auf Dich auf und verliere Dich nicht in abstrakten Dingen, die nicht gut sind.
Zuletzt geändert von Pauline am So., 27.07.2025, 05:04, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze für bessere Lesbarkeit angebracht. Bitte lies die Netiquette. Danke.
Kein Mensch ist 100% gesund: Wir sind alle untertherapiert ;)
> Persönliche Meinungen werden mit Rücksicht auf das öffentliche Forum nur über PN diskutiert. <

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Crucifery548
sporadischer Gast
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männlich/male, 35
Beiträge: 8

Beitrag Di., 13.01.2026, 15:06

Ich würde versuchen, kleine, machbare Routinen einzubauen. Nicht gleich große Pläne machen, sondern jeden Tag ein Mini-Ziel, z.B. 10 Minuten spazieren oder eine Sache im Haushalt erledigen. Auch wenn es banal klingt, es hilft dir langsam wieder Struktur zu kriegen. Mit ambulanter Therapie kannst du parallel weiter an deiner sozialen Angst arbeiten, und eine stationäre Option kann man sich immer noch überlegen, wenn du dich stabiler fühlst.

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Hasenohr21
neu an Bo(a)rd!
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weiblich/female, 32
Beiträge: 4

Beitrag Fr., 03.04.2026, 12:44

Dass du überhaupt darüber nachdenkst, etwas zu ändern, ist schon mehr als „nichts tun“, auch wenn es sich für dich vielleicht nicht so anfühlt. Ich kenne dieses „Ich nehme mir vor, jeden Tag spazieren zu gehen“ und nach ein paar Tagen bricht es wieder weg. Vielleicht ist der Anspruch einfach zu groß. Statt täglich eine feste Runde könntest du dir etwas Winziges vornehmen, zum Beispiel nur einmal um den Block oder sogar nur fünf Minuten vor die Tür. So klein, dass es fast lächerlich wirkt. Hauptsache, du hältst es ein paar Wochen durch. Konstanz schlägt Motivation. Vielleicht hilft es dir auch, ganz niedrigschwellige Schritte einzubauen, die nichts direkt mit „sozial sein müssen“ zu tun haben. Ein kleines Projekt zuhause, etwas Kreatives, ein Onlinekurs zu einem Thema, das dich interessiert, oder ein Spiel, bei dem man minimal mit anderen interagiert, aber in einem Rahmen, den du kontrollieren kannst. Es geht nicht darum, sofort ein neues Leben aufzubauen, sondern um kleine Bewegungen weg vom Stillstand.


ekssIeanW
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weiblich/female, 60
Beiträge: 1

Beitrag Mo., 13.04.2026, 18:06

Hallo, ich finde es super, dass du so viel probierst!

Ich wollte dir gerne die Kontaktdaten vom "Sozialpsychiatrischen Dienst (PSD)" da lassen, darf aber noch keine Links posten.
Wenn man danach googelt, findet man es aber ganz einfach.
Vielleicht könnten die dir wirklich hilfreich sein!

Ich stelle mir vor, dass es in deiner Situation sehr wichtig sein könnte, dass jemand auch ambulant regelmäßig zu dir nach Hause kommt. Falls das möglich wäre, sollte vielleicht jemand mit deiner Mutter reden (Psychiaterin, Therapeut, PSD?), damit das nicht durch sie verhindert wird..

Ich hab leider auch große Probleme, Dinge zu tun, die ich mir vornehme, und ich habe festgestellt, dass ich mir eine bestimmte Zeit dafür vornehmen muss (sonst schiebe ich es den ganzen Tag vor mir her, bis es zu spät ist..)
Vielleicht könnte es für den Anfang wieder funktionieren, wenn du dir zB vornimmst, jeden Tag um 10 Uhr vormittags für 10 Minuten rauszugehen? (Nur zum Beispiel natürlich;)
Und dann wirklich versuchen, dich täglich daran zu halten, dich dazu zu zwingen.

Bei mir reicht es oft, wenn ich etwas beginne, zB einen Schritt vor die Tür gehen - dann mache ich an dem Tag auch weiter. Aber das Beginnen fällt mir so schwer.. Deshalb hilft vielleicht ein regelmäßiger kurzer Zwang..
Ich hab's mir jedenfalls vorgenommen, es ab jetzt selbst auch wieder zu probieren..!

Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute für deine Reha!
lg

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