Therapeut erzählt Beispiele aus seinem Privatleben

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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schnabeltier900
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Beitrag Di., 17.02.2026, 20:50

Ich hatte eine ähnliche Erfahrung mit Verhaltenstherapie. Die Therapeutin hat ebenfalls ständig über sich, andere Patienten und generell Gott und die Welt geredet. Das hat mir nicht wirklich geholfen. Ich hab den Absprung auch zu spät geschafft - und ich denke ich kann dich da ein Stück weit verstehen. Manchmal ist es schwierig eine Therapie zu beenden, weil man vielleicht auch nicht einfach so aufgeben will oder weil es punktuell auch etwas gutes gab.

Aber wenn er dir nach 1 1/2 Jahren nicht helfen konnte und es immernoch nicht passt, dann passt ihr einfach nicht zu einander. Vor allem wenn er mit Kritik schlecht umgeht.

Ich würde dir dennoch den Rat geben weitere Therapie-Formen auszuprobieren und dich vorab auch über die Therapieformen zu informieren und welche dir bei der Aufarbeitung deiner Kindheit helfen kann. Ich selber habe jetz 4 Therapeuten in 2 Jahren durch - wobei der letzte Wechsel durch etwas anderes bewegt wurde. Die jetztige Therapeutin sieht für mich gut aus, da sie sensibel mit meinen wichtigen Themen umgeht. Sie betont auch immer wieder, dass sie Feedback will und sie ist auch in Supervision und bildet sich regelmäßig fort.

Aber welche Themen für mich besonders wichtig sind, habe ich mit jeder Therapie besser formulieren können. Daher würde ich dir auch den Rat geben: Reflektier für dich, warum du nicht früher gehen konntest und warum du unbedingt jetzt noch ihn konfrontieren willst. Was erhoffst du dir davon? Und wieso du keinen Schlussstrich unter die Therapie setzen kannst.

Je länger jemand in schlechter Therapie bleibt, desto mehr Schaden kann die Therapie anrichten. Teilweise merkt jemand erst später, wieviel Schaden tatsächlich eine Therapie angerichtet hat.

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Andrea_vonhier
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Beitrag Fr., 20.02.2026, 17:09

Hi
danke für deine Antwort. Warum ich die Therapie noch nicht beenden konnte ist eine gute Frage !! ............ Mich hat es geärgert und ärgert es immer noch, dass er mich zu Entscheidungen gedrängt hat ( höre immer wieder, dass das nicht üblich ist und man selbst auf Entscheidungen draufkommen sollte). Klar, kann man sagen - man trifft die Entscheidung aber immerhin noch selbst aber gelenkt bin ich trotzdem von ihm geworden. Ich habe ja nicht meine Geschichte irgendwen erzählt sondern einem Therapeuten !!!! Jedenfalls war das alles überstürzt und ging nicht unbedingt gut aus !!! Trotzdem hat er mir auch in anderen Themen schon geholfen !!!!

Ich habe mir im Netz andere Therapeuten angesehen, allerdings sind es hauptsächlich sehr junge Frauen und warum auch immer ist mir ein Mann lieber.

Ich hätte nach einem Monat Abstand wieder Termin gehabt, den er mir jetzt verschoben hat - wieder ein Monat später. Ich habe zwar zugesagt, weiß aber nicht ob ich den Termin wirklich einhalten kann ( wegen Arzttermine)-

Umso längere Abstände ich habe umso weniger habe ich Interesse und mir fehlt die Sinnhaftigkeit.

Lg Andrea

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chrysokoll
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Beitrag Fr., 20.02.2026, 18:10

Ein Therapietermin nur alle vier Wochen ist sowieso schon ungewöhnlich, wenn der dann noch ausfällt dann kommst du ja sowieso gar nicht weiter. Auch so ist da ja nach eineinhalb Jahren noch viel passiert.
Bietet er da keinen Alternativtermin an wenn so ein Termin ausfällt?

Bei der Recherche nach anderen Therapeuten und Therapeutinnen solltest du dich nicht nur auf das verlassen was du im Netz findest, sondern differenzierter suchen und auch Erstgespräche zum Kennenlernen vereinbaren. Ich würde mich da nicht zu sehr darauf festlegen was du möchtest (also Geschlecht, Alter...), sondern erst einmal ein paar Gespräche führen und schauen wir es sich anfühlt.

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Andrea_vonhier
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Beitrag Fr., 20.02.2026, 21:14

Mein Mann vermutet, dass er mit mir weniger verdient weil es ein voll finanzierter Kassenplatz ist ( Ersatztertermin ist eben in einem Monat)!!??? Ich werde leider nicht ganz schlau aus ihm. Mal sagte er - ich denke, sie schaffen es schon ohne mich, nur mehr bei Bedarf. Ein anderes Mal sagte er - die Kindheit aufzuarbeiten ist schon wichtig, sonst holt sie bei der nächsten Gelegenheit die Vergangenheit wieder ein (worauf ich dann zustimmte). Ein anderes Mal wieder sagte er, ich müsse den Blick mehr in die Zukunft richten, nicht zurück in die Vergangenheit schauen. Manches konnte ich durch ihn für mich klären, andere Themen wie schon erwähnt wurden leider nur noch komplizierter für mich und meine Familie !!!

Ich bin am Abwiegen damit ich zu einer Entscheidung komme !!! Wenn ich jetzt wieder von vorne beginne, brauche ich mindestens 5 Termine um nur mal meine Kindheit zu erzählen. Falls, und das vermute ich, ich keinen Kassenplatz in der Nähe bekomme dann wird das bei wöchentlichen Terminen sehr teuer.
Alles schwierig...........

Lg Andrea

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Andrea_vonhier
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Beitrag Do., 19.03.2026, 17:10

Während meiner letzten Stunde war ich die ganze Zeit sehr verwirrt. Er sagte quasi Psychotherapie hätte ausgedient, die ist dazu da um Handlungen zu verstehen. Ich dachte mir so - monatelang spricht er von Kindheit aufarbeiten und wollte wissen ob ich das möchte.- JA war meine Antwort, dann kam wieder mal - er müsse das von mir hören, denn beim letzten Mal war das nicht klar kommuniziert worden . so drehte sich das immer wieder im Kreis bis zur letzten Stunde. Ich sagte einmal im Monat ist für mich zuwenig wenn ich alte Themen hochhole !!! Irgendwas sagte er noch weil ich ja Kassenpatient bin. Nach dieser Stunde schrieb ich ihn am nächsten Tag (Termin wäre erst 4 Wochen später gewesen) ob er nur kurz Zeit hätte. Daraufhin vereinbarten wir ein Telefonat. Abends rief er mich an und ich wollte mich eigentlich nur von ihm verabschieden und für die positiven Sachen bedanken. Wir sprachen aber über die langen Abstände und was mir sonst noch so auf der Zunge lag. Auch, dass ich das nicht in Ordnung fand wie er auf mich eingeredet hat dass ich meinen Sohn kontaktieren soll !!!! Ich habe schon mit mehr therapieerfahrenen Leuten gesprochen und keiner hat diese Erfahrung gemacht. Ich sagte aber auch, dass es trotzdem meine Entscheidung war, das ist mir klar aber gedrängt fühlte ich mich von ihm und das war nicht in Ordnung. Da wurde er richtig sauer, und meinte dann müssen wir ab jetzt ein Diktiergerät verwenden, so eine Anschuldigung intressiere ihn nicht. Ich weiß ganz genau was ich gehört habe !!!!! Das war eine Art wie mein narzisstischer Vater - im Nachhinein alles abstreiten . Jetzt habe ich so die Nase voll !!!! Das war meine erste und definitiv meine letzte Therapie !!!!! Sollte das eine Provokation gewesen sein, dann ist sie ordentlich daneben gegangen. Anfangs beim Telefonat überlegte ich noch weiterzumachen und erzählte ihm auch von einem sehr belasteten Ereignis (telefonisch war es mir möglich) Jetzt ärgere ich mich warum ich meinen Mund nicht halten konnte die Situation meinen Sohn betreffend, kanns aber nicht mehr ändern.

Lg Andrea


Jenny Doe
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Beiträge: 5149

Beitrag Do., 19.03.2026, 20:01

Hallo Andrea,
Ein anderes Mal sagte er - die Kindheit aufzuarbeiten ist schon wichtig, sonst holt sie bei der nächsten Gelegenheit die Vergangenheit wieder ein (worauf ich dann zustimmte). Ein anderes Mal wieder sagte er, ich müsse den Blick mehr in die Zukunft richten, nicht zurück in die Vergangenheit schauen.
Bei mir hat es ja 50 Jahre gedauert, bis meine neurologische Erkrankung erkannt wurde. Deshalb hing ich in geschlagenen 16 Psychotherapien rum, ...
Vielleicht haben andere User dieses Forum andere Erfahrungen gemacht, ...
.... aber ich kann gut nachvollziehen, warum dich so eine Psychotherapie irre macht. Ich habe es 16 Mal genau so erlebt. Und es hat auch mich irre gemacht, ...

Auf der einen Seiten hängt man, wenn man in Psychotherapie ist, Jahre lang in der Vergangenheit rum. Die ganze Kindheit wieder immer und immer wieder reaktiviert, es wird im Dreck rumgewühlt, ...
Ich habe das so erlebt und auch den Psychotherapeuten beschrieben „Sie lassen mich leiden. Sie halten mich am Leid fest. Sie nageln mich an der Opferrolle fest, ...“.
Das war ein ewiges Streitthema.
Anderseits kommen dann so Sätze wie „Achtsamkeit“, „Im Hier und Jetzt leben“, „In der Zukunft leben“, ...
Sowohl „In der Zukunft lebt“, als auch „In der Vergangenheit leben“ ist aber etwas anderes als im „Im Hier und Jetzt leben“.
Da wird man irre im Kopf.

Wenn man in der Zukunft lebt, ... nun, ... „Zukunft“ bedeutet ja nicht zwangsläufig „Besser als die Vergangenheit“.
In der Zukunft wirst du alt, krank und stirbst, ... zu jeder Zeit des Lebens steht man vor Problemen, wird mit Leid konfrontiert.
Wenn die Zukunft nicht so rosig wird, wie man es sich wünscht, dann hängt man wieder enttäuscht vom Leben in der Psychotherapie rum.

Das ist einer von tausend hoch 10 Gründen, warum ich mich heute von der Psychotherapie distanziere.
Ich habe andere Methoden gefunden, die wesentlich besser in der Lage sind Vergangenheit und Hier und Jetzt zu integrieren. Seitdem komme ich mit der Vergangenheit wesentlich besser klar als in meinen 16 Psychotherapien, in denen man in der Vergangenheit lebt.

Was dich angeht, ... du merkst, dass dich solche Sätze eines Psychotherapeuten irre machen.
Deshalb musst du die Klarheit bei dir selbst und in dir selbst suchen und finden. Du musst für dich die Antwort finden, was nun stimmt und was nicht und wie Vergangenheit, Zukunft und Hier und Jetzt miteinander vereinbar sind.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.

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Louna
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Beitrag Fr., 20.03.2026, 08:26

Da bist Du wirklich an einen sehr inkompetenten Therapeuten geraten und da wäre ich auch nicht mehr hin gegangen, er übergeht Deine Grenzen und ist mal so gar nicht emphatisch.

Ich würde aber nicht alle Therapeuten über einen Kamm scheren wollen.
Es gibt sehr viele schlechte Therapeuten, aber es gibt auch viele Gute.

Ich habe auch 2 schlechte Therapeutinnen gehabt, die mich sogar unter Druck gesetzt haben, da zu bleiben (was ich nicht tat), aber langer Suche habe ich eine total tolle, emphatische und sehr vorsichtige Therapeutin gefunden, die mir soooo gut geholfen hat, dass ich immer sehr begeistert bin.
Die Suche dauert manchmal echt lange, aber es gibt sie, die guten Therapeuten / innen. Die auch helfen wollen und die ihren Beruf gern machen, um Anderen zu helfen.

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Andrea_vonhier
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Beitrag Fr., 20.03.2026, 10:52

Ja, wahrscheinlich hast du recht und ich sollte geduldig weitersuchen aber zumindest momentan habe ich das Interesse verloren. Das ist auch nicht meine erste negative Erfahrung. Ich suchte Hilfe bei einem Familientherapeuten wegen Probleme in der Familie (Eifersucht auf kleine Schwester) und auch schon davor im Krankenhaus.........na egal........... man verliert irgendwann den Optimismus. Freue mich für alle , und ich lese ich wirklich oft, die die richtige Hilfe bekommen haben !!!!

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Louna
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weiblich/female, 43
Beiträge: 1158

Beitrag Fr., 20.03.2026, 10:55

Ja, das ist ja auch verständlich bei so vielen negativen Erfahrungen. Tut mir sehr sehr leid. :-(
Dann mach Pause und nur Du entscheidest wenn und wann Du vielleicht wieder auf die Suche gehst.
Nur nicht unter Druck setzen, vielleicht gehst Du irgendwann mal wieder auf die Suche. :)

Jetzt erstmal erholen, den alten Therapeuten abschreiben und wieder zu sich selber finden und das kann ja auch lange dauern.

Viel Kraft und Zuversicht für diese Zeit, Andrea.

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Andrea_vonhier
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Beitrag Sa., 21.03.2026, 16:41

Danke , dir auch alles Gute !

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