Fairness hat geschrieben: Sa., 20.11.2021, 13:09
Und Politik macht weiterhin nichts, um die Situation im Gesundheitswesen zu verbessern.
Junge Junge, habt ihr in den paar Stunden, in denen ich geschlafen hab, Fahrt hier aufgenommen...
Tut mir leid, wenn ich jetzt einfach mal so dazwischen quatsche.
Fairness, du sprichst hier nen Punkt an, den ich auch lange nicht verstanden habe.
Die Querdenkerszene hat mich ziemlich ins Schwanken gebracht, als mir einer dieser sagte:
"Die Krankenhäuser werden geschlossen, währen einer Pandemie - wo ist denn das logisch? Kein Wunder, dass die Intensivbetten drastisch zurück gehen, wenn man Krankenhäuser schließt".
Hier hat dann jemand darauf eine Antwort geliefert und im Internet gab es auch einiges dazu.
Das Problem ist nämlich, dass sehr viele Krankenhäuser privatisiert sind. Und sehr viele Krankenhäuser haben wirklich nur spartanische Einrichtungen. Die meisten in D in der ländlichen Region können nicht einmal einen Herzinfarkt diagnostizieren, weil sie z.B. keinen Linksrechtskatheter haben, oder wie das Ding hieß.
Wer genau das war, weiß ich nicht mehr, aber es wurden glaub ich 15 Milliarden Euro für Krankenhäuser ausgegeben in der letzten Zeit, das ist aber ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ich suche wie verrückt nach diesem Erklärvideo, aber ich finde es gerade nicht... Daher kann ich es nur ungefähr zusammen fassen.
Das Problem sind nicht Krankenhäuser an sich sondern die Ausstattung. Mit der Schließung kleiner KHs will man erreichen, dass sich ein großes Epizentrum bildet. Mit genügend Spezialisten die dort sind.
Denn hier kommt ein weiteres Problem:
Ärzte wollen sich weiterbilden. Und wenn z.B. einer Chefchirurg werden will, aber in einem kleinen ländlichen KH arbeitet, dann kommt da vielleicht ein Mal im Jahr einer hin, der ein neues Knie braucht. Die sind da aber so gut wie gar nicht drauf vorbereitet, weil sie eigentlich nur ein besserer Hausarzt sind. Ärzte, die also vorwärts kommen wollen (um viel Geld zu verdienen u.A.) werden von dort verschwinden und in ein großes KH gehen, wo Knie Operationen Alltag sind. Es gibt nämlich eine vorgeschriebene Menge an Op's, wenn man Chefarzt werden will.
Für das ländliche KH bedeutet das also, dass sich da kaum wirklich gute Ärzte tummeln, denn dort lernen sie nichts.
Krankenhäuser sind nur dann lukrativ, wenn auch viele drin liegen, wofür viele aber gar nicht ausgelegt sind.
Jetzt stell dir vor, du hast ein KH was grad mal ein besserer Hausarzt ist, es kommt zu ner Pandemie und die Leute treten dir die Türen ein und wollen behandelt werden. Von richtigen Ärzten. Mit dem bestmöglichen Equipment.
Geht nicht. Was also tun? Sie in ein KH schicken, was dazu ausgelegt ist und die nötigen Ärzte hat.
Ich hab das wie gesagt auch eine lange Zeit nicht verstanden, ich hab mich gefragt, wieso die Politik diese Krankenhäuser nicht einfach ausstattet. Aber es handelt sich hier um viele private KHs. Stell dir mal vor, die Politik würde das machen. Dann käm die Gastronomie und würde sagen: "Wir brauchen alle neue Kücheneinrichtungen, wir sind auch sehr wichtig für die Gesellschaft". Auch Gastronomen sind privat. Wie sagst du denen dann, dass du private KHs unterstützt, private Gastro aber nicht?
Das Einzige womit ich dir Recht gebe ist, dass die Politik mehr für die Löhne hätt tun müssen. Pflegerin zu sein, egal ob Altenheim oder Intensivschwester ist ein sehr undankbarer Posten. Mit ein bisschen "Gefahrenzuschlag" - keine Ahnung ob es den überhaupt noch gibt, isses nicht getan, denn es gibt zu wenige Pfleger. wo will man die alle hernehmen? Die müssten erstmal eine ausbildung machen. Ich glaub ne normale Krankenschwester braucht 3 Jahre in der ausbildung, eine Intensivschwester vermutlich länger. Also selbst wenn die Politik jetzt das Gehalt verdreifacht hätte, als Corona begonnen hat, wären alle neuen Pfleger noch immer in der Ausbildung. Und Azubis brauchen einen der sie betreut. Die haben aber grad andere Sachen zu tun...