pandas hat geschrieben: Di., 17.03.2020, 23:36
Nana, Schüler und Studis haben keine Auszeit. Es wird von ihnen erwartet, dass sie mit Online-Systemen weitermachen, sich auf Prüfungen vorbereiten, Online-Vorlesungen gibt es sicherlich auch.
Ja vieles gibt es online aber die Schließung der Bib und allen Zweigstellen von einem Tag auf den anderen ist ein echtes Problem für dieses "weitermachen", da reicht auch der VPN-Zugang zu allen verfügbaren Ebooks und Zeitungsbestand nichts, so viel Literatur ist einfach digital nicht verfügbar.
Und Konzepte für ein mögliches starten des neuen Semesters unter diesen Bedingungen wird zumindest an meiner Uni grad erst erarbeitet, so ganz leicht umsetzbar ist es nicht und auch gar nicht bei allem möglich, von Präsenz hin zu online.
Das mit dem Toilettenpapier ist längst ein reales Problem, die ursprüngliche Ursache ist nicht real - wenn jeder normal weitergekauft hätte wäre die Versorgung weiterhin normal gegeben gewesen - aber die Folgen sind es, die sind real es gibt Engpässe. Ein bisschen ein Sinnbild für diese ganze Situation... ich weiß, dass mir jetzt unterstellt werden wird es nicht ernst zu nehmen und nicht wahrhaben zu wollen wie ernst die Situation ist und eine von denen zu sein die sagt ist wie ne Grippe..aber ich sage es trotzdem: wie wir das Risiko einschätzen und welche Maßnahmen ergriffen werden ist außergewöhnlich und das schafft eine außergwöhnliche Realität, aber so ungewöhnlich ist es an sich nicht.. die Ansteckungsgefahr mag höher sein und die Mortalität auch (was man aktuell noch nicht sagen kann, aber selbst wenn man annimmt dass es so sein wird) aber wie wir das jetzt wahrnehmen (klar auch in Folge des Handelns) steht in keinem Verhältnis zu dem, wie wir andere, auch ähnlliche Krankheiten wahrnehmen. An der Influenza (mit den unterschiedlichen Typen) sterben jährlich weltweit laut WHO 250 000 bis 500 000 Menschen ohne dass die meisten von uns das als Risiko wahrnehmen, die schlimmste Saison der letzten Jahrzente hat in Deutschland laut Robert-Koch-Institut 2017/2018 25 100 Menschen das Leben gekostet. Und das mit der Möglichkeit der Impfung (teilweise) und dass es lange bekannt ist und Forschung dazu gibt!
Es geht mir nicht darum, diese Zahlen zu schreiben um zu sagen dass die Maßnahmen grad übertrieben wären oder dass die Grippe schlimmer wäre als der Virus jetzt, sondern darum dass diese Zahlen die allerwenigsten so wahrgenommen und bewertet haben dürften wie die Zahlen jetzt, dass die Risikoeinschätzung nichts objektives ist und das es eine große Rolle spielt bei Angst, wie wir und andere Menschen das einschätzen. Und natürlich auch die Reaktionen darauf, das Handeln von Medien, Umfeld, Politik usw. 25 100 Tote waren 2017/2018 ein paar Zeitungsartikel und für die meisten nur eine Randnotiz, jetzt ist jeder neue Tote ein Artikel und jedem bewusst, das muss wirken. Und schafft eine andere Realität.