Zeit bis zur Klink überbrücken

Dieser Bereich dient zum Austausch über Entzug, Entwöhnung und Therapie von substanzbezogenen Abhängigkeiten (wie Alkohol, Heroin, Psychedelische Drogen, Kokain, Nikotin, Cannabis, Zucker,..)
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idk123abc
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Zeit bis zur Klink überbrücken

Beitrag Fr., 06.02.2026, 19:05

Hallo,
ich bin ein bisschen verzweifelt und wahrscheinlich wird es auch nichts bringen hier zu jammern, aber vielleicht hat ja jemand einen Tipp. Ich hab ein Alkoholproblem. Ich hab einen Aufnahmetermin in einer Suchtklinik im Mai. Und kurz gesagt; ich kann mir gerade nicht vorstellen, wie ich bis dahin durchhalten soll.
Ich hatte einige Termine bei einer Beratungsstelle und darüber ist das auch mit der Klinikanmeldung gelaufen usw., das war hilfreich. Jetzt ist aber halt im Grunde alles soweit geregelt und ich kann nur noch warten. Ich könnte es mit einer Selbsthilfegruppe oder sowas probieren, aber ich hab Angst davor und weiß nicht ob das zum jetzigen Zeitpunkt das richtige ist.
Aber gefühlt wird alles nur immer schlimmer und ich verliere immer weiter die Kontrolle. Ich versuche irgendwie weiter zu funktionieren und hatte auch eigentlich gehofft in den nächsten Monaten wieder etwas zu arbeiten und noch 2 Prüfungsleistungen für die Uni zu versuchen, weil ich ja wirklich nicht einfach nichts machen, den ganzen Tag depressiv in Bett liegen und mich sinnlos betrinken kann. Aber ich kriege es alles nicht hin, hasse mich dafür noch mehr und es ist ein einziger Teufelskreis. Gerade bin ich die letzten Tage so abgerutscht, dass ich ernsthaft drüber nachdenke in die psychiatrische Ambulanz zu fahren und mich notfallmäßig aufnehmen zu lassen, weil ich so echt nicht weiter machen kann und es mir so schlecht geht. Aber das würde sicher auch nichts lösen und meine Familie würde noch mehr stressen und mich verurteilen und am Ende wäre vermutlich alles noch schlimmer.
Naja vielleicht hat ja jemand einen Tipp, wie ich die Zeit besser überleben kann und ansonsten hab ich jetzt halt mal aufgeschrieben was in meinem Kopf ist.
LG

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Sehn-Sucht
Helferlein
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Beiträge: 132

Beitrag Fr., 06.02.2026, 20:57

Es gab da doch mal eine Therapeutin, bei der du zum Erstgespräch warst, die sagte, eine Therapie sei erst nach x Monaten Trockenheit möglich.

Hast du das damals versucht? Wie lange hast du denn durchgehalten? Stimmt dein hier angegebenes Alter? Seit wann trinkst du denn (um dich zu entspannen, nehm ich an?)?

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Nico
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Beitrag Sa., 07.02.2026, 05:28

Na wenn du jetzt „ locker“ bis zum Therapiebeginn nix trinken könntest, wäre ja keine Therapie bzw. Entzug nötig.

Ich hab damals am Weg in die Klinik noch getrunken aber seither ( 37 Jahre lang) bin ich trocken.
Du musst halt schauen, dass du bis zum Termin irgendwie überlebst und merke dir sehr sehr gut wie beschizzen es dir jetzt geht.
Wird eine sehr sehr harte Arbeit für dich werden, aber es liegt einzig und allein an dir ob du es schaffst oder nicht.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

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DandyLion
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Beitrag Sa., 07.02.2026, 10:21

falls du es schaffst, versuche etwas Struktur in deine TAge zu bringen.
Z.B.
ungefähr zur gleichen Uhrzeit aufstehen und ins Bett gehen (Routinen)
Zeiten zum Abhängen/Entspannen/Gemütlichmachen
Zeiten für Uni (locker, ohne Müssen) oder ein Buch lesen
Zeiten für Bewegung/rausgehen/ frische Luft
Zeiten für kleine/kurze Übungen (Dehnen, strecken, Atemübungen) oder Sportübungen -gibts ja viel im Inet
Zeiten für etwas Sozialleben (jmd treffen, telefonieren o.ä.)
Zeiten zum Essen
....

Vielleicht schaffst du es dir ein paar Regeln für deinen Alkoholkonsum aufzustellen und experimentierst damit, in wieweit du dich daran halten kannst...kannst dir auch einen Tagelsplan schreiben und was du davon geschafft hast, vllt was du getrunken hast o.ä, ohne Druck!
Planen-beobachten-experimentieren-reflektieren...
als Idee zum Zeitvertreib, was nicht geht, geht zur Zeit eben nicht.

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Malia
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Beitrag Sa., 07.02.2026, 11:06

Hallo, idk123abc,

als junge Frau war auch ich alkoholabhängig und in einer ähnlichen Situation wie du.

Nach der Entgiftung musste ich noch mehrere Wochen auf den Platz in der Suchtklinik warten
Mir ging es extrem schlecht (klar)
Ich kann dir nur die Teilnahme an Selbsthilfegruppen empfehlen, um bis zur Aufnahme trocken zu bleiben (verlierst du sonst deinen Platz?) und regelmäßige Gespräche in der Beratungsstelle.

Die AA z.B. mit ihrem Programm sind nicht für jeden etwas.
Trotzdem ist es positiv, dass man dort keinen Druck macht und sogar angetrunken hingehen kann.
Es zählt nur der Wille, mit dem Trinken aufzuhören.
Man muss bei den Treffen nichts sagen, ist anonym und kann einen Sponsor bekommen, also jemanden, der einen begleitet.
Man kann auch durch einen Anruf den ersten Kontakt aufnehmen.

Hilfreich fand ich den Punkt im Programm, sich nur 24 Stunden vorzunehmen, nicht zu trinken und nicht das ganze Leben.

Sei gütig mit dir, ja?

Auch Alkohol wird nur benutzt, um sich vor etwas zu schützen, für das man keinen anderen Schutz zur Verfügung hat, ist ein Versuch, sich selbst zu heilen.
...nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende..

Respektlosigkeit ist der Schrei nach Aufmerksamkeit eines unsicheren Geistes.

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Inga
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Beiträge: 275

Beitrag Sa., 07.02.2026, 13:35

Ich würde auch die AA empfehlen - und zwar gern mehrere Gruppen ausprobieren (gibt's auch in der Online-Variante), die können sich ziemlich unterscheiden. Und wenns nicht wirklich was ist für Dich kannst Du Dir sagen, es geht ja nicht darum, dass Du die nächsten zehn Jahre da hingehen sollst, sondern nur wenige Monate zur Überbrückung.

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Louna
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Beitrag Di., 10.02.2026, 12:49

Es ist keine Schande in die psychiatrische Ambulanz zu gehen und sich aufnehmen zu lassen.
Wenn Du denkst, dass es Dir helfen könnte, dann mach das unbedingt. Gehen kannst Du ja jederzeit wieder.

Du kannst (wie die Vorredner schon geschrieben) mehrere Gruppen ausprobieren, aber das was wirklich bringt um keinen Alkohol mehr zu trinken, sei dahin gestellt. Manchen hilft es, den anderen eher nicht.

Halte durch, ein stationärer Aufenthalt ist absolut gar nicht schlimm, denn Dir wird geholfen und Du möchtest da raus, das ist viel wert.
Daumen sind gedrückt.

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Nico
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Beitrag Di., 10.02.2026, 17:58

Die AA sehe ich in dieser Situation eigentlich nicht als empfehlenswerte Option, die AA sind vor allem in der Nachfolge einer stationären Therapie zu empfehlen.

Bei uns in Ö würde sich für die TE eine Einweisung in eine Akutstation einer Neurologie anbieten, wie das in D ist weiß ich nicht.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

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