Ich (27F) bin seit zwei Jahren mit meinem Freund (30M) zusammen. Unsere Beziehung ist eigentlich sehr gut, und wir beide sagen auch, dass wir noch nie eine so tolle Beziehung hatten. Trotzdem beschäftigt mich ein Thema immer wieder und ich komme gedanklich einfach nicht darüber hinweg.
Wir haben tatsächlich schon beim ersten Treffen über unsere bisherigen Sexualpartner gesprochen. Ich hatte vor ihm vier Sexualpartner, aber immer nur innerhalb von Beziehungen. Für mich entsteht körperliche Nähe erst, wenn ich mit dem Mann in einer Beziehung bin. Ich küsse auch nur jemanden, wenn ich denke, dass daraus etwas Ernstes werden könnte.
Als er mir von seiner Vergangenheit erzählt hat, fand ich es ehrlich gesagt schon damals nicht gut und es war eher ein kleines No-Go für mich. Gleichzeitig haben aber viele andere Dinge bei uns so gut gepasst, dass ich dachte, ich schaue mir das Ganze trotzdem an. Gefühle hatte ich bei den ersten Treffen ja logischerweise noch keine, deswegen war es mir damals mehr oder weniger egal.
Er hatte insgesamt sechs Sexualpartner vor mir. Eine davon war in einer Beziehung, die anderen fünf waren keine Beziehungen. Es waren nicht direkt klassische One-Night-Stands, aber mit ein paar Frauen hatte er nur einmal etwas – teilweise beim zweiten oder dritten Treffen in Kennenlernphasen und mit einer Frau einfach so, obwohl er wusste, es wird keine Beziehung werden. Außerdem hat er auch schon 2–3 Frauen geküsst, ohne dass es für ihn eine tiefere Bedeutung hatte. Mein Kopf kann das irgendwie nicht verarbeiten, wie mein Partner einfach mit fremden Frauen beim zweiten oder dritten Treffen intim werden kann und dann auch noch teilweise, wenn er weiß, dass es nichts wird.
Für mich ist körperliche Nähe sehr bedeutungsvoll, deshalb fällt es mir schwer nachzuvollziehen, wie man seinen Körper so „losgelöst“ teilen kann. Rational weiß ich, dass das alles vor meiner Zeit war und dass Menschen unterschiedlich mit Dating und Sexualität umgehen. Aber emotional beschäftigt es mich trotzdem immer wieder.
Das Problem ist: Ich hadere damit jetzt seit zwei Jahren. Unsere Beziehung ist ansonsten wirklich sehr gut und er behandelt mich gut wie eine Prinzessin . Aber diese Gedanken kommen immer wieder hoch.
Er meint zu dem Ganzen: Es ist alles schon lange her und er sieht das mittlerweile anders. Er sagt auch, dass er es rückgängig machen würde, wenn er könnte, und dass er sich nach manchen dieser Situationen sogar unwohl gefühlt hat. Was ich allerdings nicht verstehe: Warum man es dann trotzdem wieder macht.
Was es für mich noch schwieriger macht: Mich beschäftigt das Thema extrem. Ich merke auch, dass ich wütend auf ihn bin für sein damaliges Verhalten – dafür, dass er sich so verhalten hat und sich in meinen Augen irgendwie „benutzen lassen“ hat. Diese Gedanken schaden auch meiner Bindung zu ihm. Manchmal fühle ich mich ihm dadurch weniger nah, und sogar mein sexuelles Interesse an ihm nimmt in solchen Momenten ab.
Meine Fragen:
• Ist es normal, dass mich das noch so beschäftigt?
• Wie kann ich lernen, damit besser umzugehen?
• Oder zeigt das vielleicht einfach, dass wir unterschiedliche Werte haben?
Ich möchte ihn nicht verurteilen, aber ich komme gedanklich einfach nicht ganz darüber hinweg.
sexuelle Vergangenheit meines Freundes
-
Sonnenblume 12
Thread-EröffnerIn - neu an Bo(a)rd!

, 27 - Beiträge: 0
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Hallo Sonnenblume,
es klingt, als würdest Du gerade innerlich zwischen zwei Welten stehen.
Auf der einen Seite weißt du rational, dass alles vor Deiner Zeit war und dass ihr heute eine gute Beziehung habt. Auf der anderen Seite fühlt es sich emotional einfach nicht stimmig für Dich an. Dies ist durchaus ien Punkt, den man ernst nehmen darf.
Ich kann gut nachvollziehen, dass Dich das beschäftigt. Gerade wenn man selbst Nähe und Intimität stark mit Bindung und Gefühlen verknüpft, kann es schwer sein zu verstehen, wie jemand total anders damit umgeht.
Manche Menschen (meist Frauen meiner Erfharung nach) können sich nur für Intimität öffnen, wenn Gefühle vorhanden sind, andere Menschen (meist Männer) können das gut trennen, sprich, die können Sex haben, ohne dabei emotional gebunden zu sein.
Das ist weder besser noch schlechter, sondern einfach eine unterschiedliche Art, Nähe zu erleben.
Und genau da scheint bei euch ein Unterschied zu liegen, denn für Dich hat körperliche Nähe emotionale Tiefe. Für ihn war das früher offenbar nicht immer so. Das macht es verständlich, dass Dein Kopf §nicht mitkommt“, weil es nicht Deiner eigenen Logik entspricht.
Gleichzeitig ist es aber auch wichtig zu sehen, dass sich Menschen weiterentwickeln. Das Verhalten von damals ist nicht automatisch das, wofür er heute steht. Dass er sagt, er würde es anders machen und sich teilweise sogar unwohl gefühlt hat, zeigt ja, dass er reflektiert hat und heute möglicherweise ganz anders auf Nähe schaut.
Ich glaube, die entscheidende Frage ist weniger, was er früher gemacht hat, sondern
wie fühlst Du Dich heute mit ihm?
Sicher, respektiert und verbunden?
Und passen Eure heutigen Werte zusammen?
Dass Dich das nach zwei Jahren noch beschäftigt, zeigt, dass da etwas in Dir noch nicht ganz verarbeitet ist. Vielleicht hilft es, weniger gegen die Gedanken anzukämpfen und stattdessen neugierig hinzuschauen:
Was genau verletzt Dich daran?
Ist es ein Wertekonflikt, ein Gefühl von „wir sehen Nähe unterschiedlich“, sind seine Gefühle mir gegenüber echt oder oder vielleicht etwas anderes?
Viele Grüße
Tröte
es klingt, als würdest Du gerade innerlich zwischen zwei Welten stehen.
Auf der einen Seite weißt du rational, dass alles vor Deiner Zeit war und dass ihr heute eine gute Beziehung habt. Auf der anderen Seite fühlt es sich emotional einfach nicht stimmig für Dich an. Dies ist durchaus ien Punkt, den man ernst nehmen darf.
Ich kann gut nachvollziehen, dass Dich das beschäftigt. Gerade wenn man selbst Nähe und Intimität stark mit Bindung und Gefühlen verknüpft, kann es schwer sein zu verstehen, wie jemand total anders damit umgeht.
Manche Menschen (meist Frauen meiner Erfharung nach) können sich nur für Intimität öffnen, wenn Gefühle vorhanden sind, andere Menschen (meist Männer) können das gut trennen, sprich, die können Sex haben, ohne dabei emotional gebunden zu sein.
Das ist weder besser noch schlechter, sondern einfach eine unterschiedliche Art, Nähe zu erleben.
Und genau da scheint bei euch ein Unterschied zu liegen, denn für Dich hat körperliche Nähe emotionale Tiefe. Für ihn war das früher offenbar nicht immer so. Das macht es verständlich, dass Dein Kopf §nicht mitkommt“, weil es nicht Deiner eigenen Logik entspricht.
Gleichzeitig ist es aber auch wichtig zu sehen, dass sich Menschen weiterentwickeln. Das Verhalten von damals ist nicht automatisch das, wofür er heute steht. Dass er sagt, er würde es anders machen und sich teilweise sogar unwohl gefühlt hat, zeigt ja, dass er reflektiert hat und heute möglicherweise ganz anders auf Nähe schaut.
Ich glaube, die entscheidende Frage ist weniger, was er früher gemacht hat, sondern
wie fühlst Du Dich heute mit ihm?
Sicher, respektiert und verbunden?
Und passen Eure heutigen Werte zusammen?
Dass Dich das nach zwei Jahren noch beschäftigt, zeigt, dass da etwas in Dir noch nicht ganz verarbeitet ist. Vielleicht hilft es, weniger gegen die Gedanken anzukämpfen und stattdessen neugierig hinzuschauen:
Was genau verletzt Dich daran?
Ist es ein Wertekonflikt, ein Gefühl von „wir sehen Nähe unterschiedlich“, sind seine Gefühle mir gegenüber echt oder oder vielleicht etwas anderes?
Viele Grüße
Tröte
"But these stories don't mean anything, when you got no one to tell them to. It's true, I was made for you "
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Hasenohr21
- neu an Bo(a)rd!

, 32 - Beiträge: 4
Ich glaube ehrlich gesagt, dass du mit dem Thema gar nicht so alleine bist, wie man denkt. Viele sprechen nur nicht offen darüber, weil man schnell Angst hat, verurteilt zu werden. Rational weiß man, dass Vergangenheit Vergangenheit ist, aber emotional fühlt es sich manchmal ganz anders an, vor allem wenn man selbst Sexualität stark mit Bindung verknüpft. Für mich klingt das weniger nach einem echten Werteproblem in der Gegenwart, sondern eher nach einem inneren Konflikt bei dir zwischen Kopf und Gefühl. Dein Kopf weiß, dass er heute anders ist und dass er dich gut behandelt, aber dein Bauch stolpert immer wieder über das Bild, das du von ihm aus der Vergangenheit hast. Und weil Sexualität für dich etwas sehr Bedeutungsvolles ist, fühlt sich seine frühere Lockerheit wahrscheinlich wie ein Widerspruch zu deinem Bild von Intimität an.Sonnenblume 12 hat geschrieben: Mi., 01.04.2026, 08:38 Meine Fragen:
• Ist es normal, dass mich das noch so beschäftigt?
• Wie kann ich lernen, damit besser umzugehen?
• Oder zeigt das vielleicht einfach, dass wir unterschiedliche Werte haben?
Ich möchte ihn nicht verurteilen, aber ich komme gedanklich einfach nicht ganz darüber hinweg.
Zuletzt geändert von Tristezza am Di., 07.04.2026, 12:00, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Fullquote gekürzt. Bitte keine Komplettzitate verwenden, siehe Netiquette.
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