Der Traum

Manchen Menschen fällt es leichter, über ihre Gefühle und Gedanken zu schreiben oder zu malen, als sie auszusprechen. Hier ist Platz dafür: Bilder, Gedichte, Erfahrungsberichte und andere Texte (bitte nur eigene).
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Lumpie55
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Der Traum

Beitrag Di., 24.09.2024, 20:53

Diese Zeilen schrieb ich einmal vor langer Zeit und habe das Gefühl das sie uns heute wieder einholen.

Der Traum!

Ich hat einen Traum
So grausig doch schön,
Ich hab die toten Soldaten
Aus Ihren Gräbern steigen sehn.

Ihre Schädel zerrissen, die Gebeine zerfetzt
So kommen Sie herauf, die man einst aufeinander
gehetzt.
Sie kommen fast lautlos und gemeinsam herbei
Doch erahne ich Ihren letzten, den letzten
Verzweifelten Schrei.

Da, plötzlich ein Raunen ein Stimmengewirr
Ich verstehe Sie alle und Sie sagen mir
Schrei deinen Traum hinaus in die Welt
damit kein Soldat damit kein Mensch mehr fällt.

Doch mit einem mal
Die Bilder entfliehn mein Traum ist erloschen
So eben hat mit lautem Knall
Ein Kampfjet die Schallmauer durchbrochen.
Je später der Tag, desto länger die Schatten

*Lumpie55*

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wauwau
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Beitrag Sa., 31.05.2025, 22:40

Finde dein Gedicht bewegend. Gefällt mir gut!

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gemeinsamgegenes
neu an Bo(a)rd!
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Beiträge: 3

Beitrag Di., 19.08.2025, 09:28

Richtig gut geschrieben, gefällt mir :)

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Thread-EröffnerIn
Lumpie55
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Beitrag Do., 01.10.2026, 20:33

Georg Grunske ca. 1981 veröffentlicht in Leipziger Volkszeitung

Daß nicht allein schon diese Angst ….

Mein Enkelsohn, vier Jahre alt,
nach ausgelassenem Spiel im Park
richtet die Augen überraschend
zum mir auf und fragt
„Opa, was heißt Krieg?“

„Krieg heißt …“ , ich stocke
K a n n ich dem Kinde sagen,
welch einen Schrecken dieses
Wort bedeutet?

D a r f ich ihm sagen,
daß Krieg die Welt
in Flammen heißt,
verbrannte Erde, Bomben
die Haus um Haus zu Trümmern
schlagen?

Darf ich ihm sagen
daß Krieg zerfetzte Glieder
und zerstörtes Leben heißt
und Trauer um der Liebsten Tod?
Darf ich ihm sagen,
daß Krieg die andern Völker
hassen heißt?

M u ß ich dem Kind nicht sagen
daß jener Krieg
- an den ich denke,
wie ich ihn selbst erlebte
und den ich in Erinnerung
noch immer wieder neu
durchleben muss -
nur erst das Vorspiel aller
Furchtbarkeiten war
die jeder nächste bringt
(wenn es nach dem nächsten
überhaupt noch einen nächsten geben kann)?

Ich streiche meinem Enkelsohn
behutsam übers Haar:
„Krieg heißt … „
Und wieder stocke ich.
Ich kann dem Kind nicht solches
Grausen
in die zarte Seele setzen,
nicht solchen Schauder,
der es aus seinen lichten Träumen
angstbebend reißen muss.

Zögernd weise ich um uns herum.
„Krieg heißt, das hier die bunten Blumen nicht mehr blühn“
Erschrocken blickt das Kind mich
an:
„So schlimm ist Krieg?“
Ich nicke stumm

… und mag nicht glauben,daß nicht allein diese Angst
die Welt vor einem neuen Krieg
bewahren könnte.
Je später der Tag, desto länger die Schatten

*Lumpie55*

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